Programmatisches
Manchmal versteht man Politik besser auf einem Jahrmarkt als in einem Sitzungssaal. Nicht, weil es dort einfacher wäre – sondern weil dort nichts theoretisch ist.
Das Gespräch mit dem Hamburger Schaustellerverband war so ein Moment. Menschen, die jeden Tag unternehmerisches Risiko tragen, Verantwortung für ihre Mitarbeitenden übernehmen und Entscheidungen treffen müssen, die sich unmittelbar auswirken. Ohne Absicherung, ohne doppelten Boden.
Und wenn etwas nicht funktioniert, wird das benannt.
Direkt. Klar. Ohne rhetorische Schleifen.
Das ist keine neue Erkenntnis. Aber eine, die wir uns offenbar immer wieder neu erarbeiten müssen.
Denn während wir in der Politik dazu neigen, Probleme zu strukturieren, zu bewerten und in immer neuen Formaten zu verarbeiten, entsteht Realität anders: im Gespräch, im Widerspruch, im direkten Gegenüber. Dort, wo Argumente tragen müssen – oder eben nicht.
Vielleicht liegt genau darin eine Leerstelle, die wir derzeit spüren. Wir haben uns daran gewöhnt, sehr viel über Menschen zu sprechen – und verlieren dabei manchmal den Kontakt zu ihnen. Wir produzieren kluge Papiere, aber zu selten kluge Gespräche. Und wir wundern uns, dass beides nicht dasselbe ist.
Im Austausch in Hamburg wurde das sehr konkret. Wer wirtschaftlich Verantwortung trägt, kann sich keine Distanz zur Wirklichkeit leisten. Man ist angewiesen auf Rückmeldung, auf Resonanz, auf den unmittelbaren Kontakt. Entscheidungen müssen tragfähig sein – nicht überzeugend formuliert.
Das ist keine Folklore. Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob etwas trägt.
Und vielleicht ist genau deshalb eine „Wilde Maus“ systemrelevant – weil sich hier ohne Umweg zeigt, ob politische Entscheidungen im Alltag funktionieren.
Gerade jetzt, in einer Phase, in der vieles gleichzeitig unter Druck steht – wirtschaftlich, gesellschaftlich, politisch –, braucht die Sozialdemokratie genau diese Rückbindung. Nicht als Geste, sondern als Arbeitsweise.
Weniger Selbstvergewisserung. Mehr Wirklichkeit. Das heißt nicht, weniger zu denken – sondern anders. Nicht zuerst über uns selbst, sondern über das, was gebraucht wird.
Ich nehme aus Hamburg vor allem eines mit: Nähe ist keine Haltung. Sie ist Voraussetzung.
Ein Dank geht an die Hamburger Schausteller und an Bernd P. Holst, Thaddäus Zoltkowski, für die Gastfreundschaft, für Klarheit und politische Erdung. Und für die Erinnerung, dass eine Runde Wilde Maus manchmal mehr über die Lage erzählt als ein politischer Schleudersitz.
(Diese Betrachtung stammt von Claudia Sünder, Berlin, stellvertretende AGS Bundesvorsitzende)
Am 13.12.2025 traf sich der AGS Bundesvorstand zu einer eintägigen Klausurtagung in Mainz in der Geschäftstelle des SPD Landesverbandes Rheinland-Pfalz auf Einladung der beiden Bundesvorstandsmitglieder Andreas Bieber und Manisha Bieber.
TOPs (Zusammenfassung):
(1) Begrüßung und Eingangsreferate durch die beiden Bundesvorsitzenden Renate Kürzdörfer & Ralph Weinbrecht.
(2) Video-Grußworte von:
a. Alexander Schweitzer, MP RLP (von unterwegs) sowie
b.
c.
(3) Nach der Wahl auf der Bundeskonferenz im November in Berlin (siehe hierzu auch die frühere Meldung vom 9. November 2025): Vorstellung der neuen Bundesvorstandsmitglieder, Wünsche, Ziele, Themenschwerpunkte .
(4) Vorstellung der Foren und ihrer Leitung sowie die Ergänzung durch die Neuvorstände. Die aktuell aktiven Foren und ihre Themenschwerpunkte sind u.a.:
F01 Europa, Internationales, SE4DS
F02 Internet, KI, Cybersecurity
F03 Kulturschaffende, Kultur & Medien
F04 Steuern & Finanzen
F06 Handwerk, Bildung, Wirtschaft
F07 StartUps, Wissenschaft, Forschung
F09 Klima, Energie, Mobilität
F11 Bauen, Wohnen, Infrastruktur
Die Mitarbeit in den Foren steht allen AGS Landes- und Bundesvorständen offen, mehr unter foren@ags-bund.de?subject=foren%40ags-bund.de">foren@ags-bund.de.
(5) Jahresplanung, Termine, Veranstaltungen, Bildung des Orga-Teams, Kommunikationsstrategie, Nutzung der Server, IT Infrastruktur (Messenger, Email,..)
(6) Wahlkampftermine vor Ort: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern - wie kann die AGS unterstützen.
(7) Zur weiteren inhaltlichen Diskussion fanden zwei hochinteressante Video-Zuschaltungen für jeweils eine knappe halbe Stunde statt:
Am Ende der Klausurtagung ergab sich noch eine interessante Diskussion zu allgemeinen Rahmenbedingungen mit Wirtschaftsvertretern und Unternehmern aus Drittstaaten - ein Thema, das im kommenden Jahr 2026 intensiver behanelt werden soll.
Die nächste Klausurtagung wird Ende März 2026 in Hamburg stattfinden.
Der AGS- Bundesvorstand veranstaltete eine Online-Diskussionsrunde unter AGS-Mitgliedern zum Thema:
„Wofür wollen wir künftig als Partei stehen?“
Die Konferenz sollte eine Gelegenheit für den Bundesvorstand bieten, mit dem Länderrat und, darüber hinaus, mit interessierten Selbständigen (Mitgliedern) ins Gespräch zu kommen. Dafür war extra der „Sonntags“- Termin ausgewählt worden. Die große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigte dieses Format!
Die geplante Zeit von zwei Stunden reichte gerade dafür, das alle Teilnehmer einmalig ein kurzes Statement äußern oder Fragen stellen konnten.
Meist geschah das zu den Themen:
Die ersten Reaktionen zur Veranstaltung waren sehr positiv und regen zu einer Fortsetzung an!
(Bild (c) AGS-eigener Screenshot, Zustimmungen vorhanden)
SPD-Parteigliederungen in Rheinland-Pfalz
SPD Parteigliederungen in Rheinland-Pfalz
SPD-Arbeitsgemeinschaften in Rheinland-Pfalz
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